Warum Gründer gründen

l-bank-studieSelbst entscheiden können oder die eigene Geschäftsidee umsetzen – das sind laut einer Studie der L-Bank zentrale Motive für den Schritt in die Selbstständigkeit. Diese Motive nennen auch drei Existenzgründer, die von Bürgschaftsbank und MBG Baden-Württemberg begleitet wurden. Gründern sind aber auch auch Förderkredite sehr wichtig.

„Ich wollte meine eigene Idee umsetzen und all jenen etwas zurückgeben, die an mich geglaubt haben“, sagt Babak Fakor. Der heutige Psychotherapeut und Suchtmediziner kam 1987 aus dem Iran nach Deutschland. Ab Dezember will er mit seinem „Schloss der Farben“ in Friedrichshafen jungen Frauen mit Essstörungen einen Weg in ein „normales“ Leben ermöglichen. Ashkan Yousefi Darani hat im September sein Maßanzuggeschäft „Mr. Ash“ in Stuttgart eröffnet. Er ist Unternehmer, weil ihm „die Freiheit, selbst zu entscheiden“, besonders wichtig ist. Und er will Einkaufen mit seinem „Open-Livingroom“-Konzept zum Erlebnis machen. Stefan Bless in Möhringen ist zugleich Unternehmensnachfolger und Neugründer: Mit seinem im Sommer gestarteten Stuggi-Maultaschenkonfigurator können seine Kunden den Geschmack ihrer Maultaschen selbst bestimmen. „Standard ist langweilig“, sagt der Metzgermeister, „aber aus der Tradition etwas Neues zu machen, das treibt mich an.“

Babak Fakor, Ashkan Yousefi Darani und Stefan Bless sind drei der knapp 1.300 Existenzgründer, die zwischen Januar und November 2015 mit Unterstützung von Bürgschaftsbank und MBG Baden-Württemberg ein Unternehmen gegründet haben. Insgesamt lag das mit Bürgschaften und Beteiligungen ermöglichte Volumen bei rund 194 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 1.246 Existenzgründungen mit 160,2 Millionen Euro).

„Die Aussagen der drei Gründer bestätigen die Ergebnisse der heute erschienen Studie der L-Bank zum Thema Gründungsförderung“, sagt Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Der Studie zufolge, mit der die L-Bank die Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) in Linz beauftragt hat, sind für 62 Prozent der Gründer die Übernahme von Verantwortung und der Wunsch sein eigener Chef zu sein, die zentralen Motive für die Gründung eines eigenen Unternehmens. Für 35 Prozent der Gründer seien innovative Geschäftsideen oder die Entdeckung einer Marktlücke eine Motivation zur Gründung.

Mehr als drei Viertel der von Bürgschaftsbank und MBG Baden-Württemberg finanzierten Gründer und Nachfolger greifen auch auf Förderdarlehen der L-Bank zurück. Laut L-Bank-Analyse kommen die Förderkredite vor allem dem ländlichen Raum zugute. Das stärkt die dezentrale Wirtschaftsstruktur im Land, so Selbherr, „und ist die beste Voraussetzung für künftige Hidden Champions, von denen es ja nirgends so viele gibt wie in Baden-Württemberg.“

Die Ergebnisse im Detail

Für die Analyse hat die L-Bank insgesamt 11.500 Förderfälle zwischen 2011 und 2014 auswerten lassen und zusätzlich rund 300 geförderte Gründer befragt. Knapp ein Drittel der von der L-Bank befragten Gründer hätten ohne Existenzgründungsförderung überhaupt nicht beziehungsweise nicht in Baden-Württemberg gegründet. Ein weiteres Viertel der Befragten signalisierte, dass sie ohne Existenzgründungsförderung weniger investiert hätten. Dies belege den volkswirtschaftlichen Nutzen der Förderkredite für Baden-Württemberg.

„Gründer und Nachfolger erneuern die Wirtschaft, sie schaffen neue Arbeitsplätze und erhalten bestehende“, sagt Bürgschaftsbank-Vorstand Guy Selbherr. Von den von Bürgschaftsbank und MBG Baden-Württemberg begleiteten 1.293 Gründern waren 875 Neugründer und 418 Unternehmensnachfolger (Vorjahr: 827 Neugründer und 419 Nachfolger). „Dass sich das Investitionsvolumen bei den Neugründern von 79,6 Millionen Euro 2014 auf 108,8 Millionen Euro erhöht hat, zeigt, dass die Gründerkredite derzeit sehr attraktiv sind. Vor allem mit der Bündelung des Angebots über die L-Bank mit Förderkredit und Bürgschaft können wir die Hausbanken überzeugen.“

Download der L-Bank Gründerstudie

Quelle: Bürgschaftsbank Baden-Württemberg